Ein unwiderstehlicher Harndrang weckt mich gegen 7. 00 Uhr. Durch das betätigen der Klospülung wird auch Chantal wach und wir schauen erstmal ein wenig spanisches Frühstücksfernsehen. In der Hoffnung, dass es mir danach besser geht, öffne ich das Bier aus der Minibar! Ich merke aber bereits nach dem ersten Schluck, dass es heute nicht mein Tag werden wird.
Als ich wieder auf dem Bett liege kommt mir spontan die Idee meinen lieben Arbeitskollegen eine Grußbotschaft via MMS zu schicken. Ich schmücke mich mit Bierflasche, Zigarette und Sonnenhut und Chantal drückt ab. Da auch ein paar liebe Worte nicht fehlen dürfen untertitele ich das Bild mit den Worten: „Morgens um sieben in der Karibik – das Leben ist hart“ und drücke auf Senden. Da wir die Kamera einmal bei der Hand haben, veranstalten Chantal und ich gleich noch privates Fotoshooting und lichten uns gegenseitig in erotischen Posen ab.
Beim Frühstück sind wir mit Uta und Entchen allein, da die anderen heute ihren ins Wasser gefallenen Schnorchelausflug zur Paradisinsel nachholen. Feste Nahrung geht gar nicht und selbst beim Kaffee wird es mir zunehmend schlechter. Ich erfahre endlich den Rest des gestrigen Abends den ich irgendwie mental verpasst habe und mir wird berichtet das Mööö mich wohl ins Bett gebracht hat. Das Wetter ist heute wieder absolut topp und die drei wollen gleich zum Strand gehen. Ich fühle mich noch nicht in der Lage mein Hirn der UV-Strahlung auszusetzen und gehe noch mal ins Bett.
Gegen 11:00 Uhr schleppe ich mich dann auch an den Strand und falle kraftlos in die nächste Liege. Ich dämmere gerade vor mich hin, als endlich wieder ein Strandverkäufer auftaucht. Zufälligerweise hat er eine Großfamilie an mundgeschnitzten Schildkröten dabei, was mich daran erinnert, dass ich meiner Freundin Kati, wie alle Jahre, eines dieser Tiere in die Heimat mitbringen muss. Da ich mich immer noch schwach fühle, führe ich die Preisverhandlungen auf allen vieren und bin diesmal sogar relativ hartnäckig. Ich handele ihn von 500 Peso auf 350 Peso runter, was zwar schätzungsweise immer noch 200 Peso zu teuer ist, aber ich bin trotzdem stolz auf meine Leistung.
Unterdessen sind auch Thümmi und Ingo eingetroffen und sie begrüßen mich mit den Worten: „Du siehst aber Scheiße aus“. Ich bedanke mich für das Kompliment und krieche zurück auf meine Liege. Kurz darauf kommt auch der Kettenverkäufer und wir nutzen die Gelegenheit um unsere Tour zu Elvis für morgen klar zu machen. Bevor Thümmi wieder geht, verabreden wir uns für 18. 00 Uhr bei Dieter im Plaza auf einen kleinen Schwatz.
In der Mittagspause nehme ich ein kleines Stück Pizza zu mir, dass sofort für helle Aufregung in meinen Gedärmen sorgt und mich zwingt den Hobbyraum aufzusuchen. Den restlichen Nachmittag verbringen die anderen mit dem Genuss von leichten Softdrinks während ich mich auf Wasser beschränke. Um 16. 30 Uhr machen wir wie immer noch einen Abstecher zur Poolbar und ich werde heute besonders freudig von Wilhelm begrüßt. Auf die Frage wie es mir geht, bestelle ich einfach ein Wasser und das scheint seine Frage hinreichend zu beantworten.
Kurz nach uns tauchen die Ausflügler wieder auf. Sie sehen alle reichlich geschlaucht aus, aber Anke sticht besonders hervor. Sie sieht aus wie eine gedünstete Blutwurst und scheint sich einen ganz hervorragenden Sonnenbrand zugelegt zu haben. Trotzdem sind sie alle zufrieden.
Nach dem duschen gehen wir ins Plaza um uns mit Dieter und Thümmi zu treffen. Da die anderen mir nicht mehr trauen, geht diesmal Thümmi Bier holen und wir trinken gemütlich ein bis zwei Flaschen. Bevor wir zurück ins Hotel gehen setzen wir uns noch eine halbe Stunde in einen Pub und trinken noch eine Flasche für den Heimweg.
Beim Abendessen nehme ich exakt eine Salzkartoffel und ein Stück gegrilltes totes Tier zu mir. Ich merke, dass ich an diesem Abend wohl keine Bereicherung für die Poolbar wäre und gehe ins Zimmer.

 

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