In der Nacht habe ich beschissen gepennt. Erst hat mich Chantal, wie fast jede Nacht, aus dem Schlaf geklopft um  mich kurz darauf permanent Zuzuschnarchen und dann habe ich natürlich auch noch Hunger bekommen und aus Verzweiflung den Rest der Mamba Ration aufgegessen. Nachdem ich auf dem Balkon eine geraucht habe, mache ich mir den Fernseher an und schaue Frauengolf wodurch ich nach kurzer Zeit doch noch mal einschlafe. Gegen acht Uhr wachen wir dann auf und begrüßen uns auf dem Balkon. Nachdem ich meine Morgenandacht verrichtet habe, erlebe ich eine böse Überraschung. Als ich den Hebel der Klospülung betätige tut sich nix, das verträumte Geräusch von rauschendem Wasser bleibt aus. Nachdem ich einen fragenden Blick auf mein Tagwerk geworfen habe renne ich aus dem Bad, erstatte Chantal Bericht und schlage ihm vor besser noch ein wenig zu warten bis er das tut, was er gerade tun will. Auf wundersame Weise rauscht es aber nur 10 Minuten später wieder im Bad und alles geht seinen gewohnten Gang.
Da meine Mamba Reserven nun aufgebraucht sind, zwinge ich mich beim Frühstück etwas zu essen um für die nächste Nacht vorzusorgen. Am Tisch erfahre ich, dass sich Mööö am gestrigen Abend mit Sambuca völlig verzaubert hat und den Hauptpreis gewonnen hat. Anke, unsere frisch gekürte Miss Blutwurst, hat sich schon für den heutigen Tag als Totalausfall abgemeldet und erscheint nicht mal beim Frühstück.
Gegen 10. 00 Uhr treffen wir uns nach und nach am Strand. Dort sehe ich auch Mööö zum ersten Mal an diesem Tag. Er sieht immer noch nach Sambuca aus und hat Pupillen wie ein Uhu. Irgendwann sind wir alle komplett und auch der Kettenverkäufer ist da. Er bringt uns zu einem Bootsverleih und liefert uns dort ab. Die Typen dort sprechen nur spanisch, aber irgendwie bekommen wir es hin ein Boot inklusive Fahrer zu mieten. Wir bezahlen 40 Dollar und verabreden mit dem Fahrer, dass er uns gegen 14. 00 Uhr wieder abholt. Bevor wir ins Boot steigen, werden wir noch mit übel riechenden Schwimmwesten ausgerüstet und dann kann es losgehen. Bei unserer Ankunft steht Elvis schon am Strand und winkt uns fröhlich zu, wohl wissend, dass er gleich ein gutes Geschäft machen wird. Es sieht gottlob alles noch genauso abgerissen aus wie im letzten Jahr und es werden gleich Tische und Stühle zusammengerückt und die erste Lage Bier bestellt. Elvis hat wohl nicht mit so vielen Leuten gerechnet und muss erst mal einen Typen mit dem Moped los schicken um noch Bier im nächsten Dschungelkonsum zu besorgen. Währenddessen taucht auch sein Kumpel aus der Nachbarhütte auf und will uns gleich Ketten verticken. Entchen und ich können ihn aber beschwichtigen, weil wir ihm reichliche Geschenke mitgebracht haben. Da wir im letzten Jahr mit ihm Sturzbesoffen versucht haben Baseball zu spielen und Entchen dabei versehentlich den einzigen Ball den sie besaßen auf irgendeiner Palme auf Nimmerwiedersehen versenkt hat, haben wir ihm 5 nagelneue  Bälle mitgebracht, die wir bei ebay ersteigert haben. Er scheint das allerdings völlig verdrängt zu haben denn er sieht uns reichlich unwissend an, steckt die Bälle aber kalt lächelnd ein.
Da die Zubereitung des Essens noch eine Weile dauert und der Mann aus dem Dschungelkonsum auch noch nicht zurück ist, mache ich kleine Strandwanderung. Der Strand ist komplettes Niemandsland und außer ein paar Badelatschen, leeren Plastikflaschen und einem alten Mofatank gibt es nicht viel zu entdecken. Ich uriniere noch schnell den Spruch:“ Fips war hier“ in den Sand und gehe dann zurück zu den anderen.
Als  ich zurück bin ist frisches Bier da, es riecht nach Essen und Thümmi steht zum dritten Mal bis zum Bauchnabel im Atlantik um sein Revier zu markieren. Das Essen ist, wie zu erwarten war, reichlich und gut. Es gibt Papageifisch und Lobster, dazu Bratkartoffeln und eine sensationelle Knoblauchsoße. Als wir gerade beim Essen sitzen, taucht auch unser Bootsführer schon wieder auf. Da wir eh nicht alles schaffen, laden wir ihn zum Essen ein. Er sträubt sich zwar etwas im ersten Moment, aber danach macht er Anke beim essen alle Ehre. Nachdem fast alles vertilgt ist kommt Elvis sein großer Moment – die Präsentation der Rechnung. Alles in allem kommen wir mit Trinkgeld auf 15 000 Peso und wir haben große Mühe die Kohle zusammen zu kratzen. Obwohl er uns mit Sicherheit wieder beschissen hat, war es ein schöner Nachmittag und wir versprechen wieder zu kommen.
Gegen 15. 30 sind wir wieder zurück am Hotelstrand und hauen uns noch eine Stunde hin. Anke ist auch da und hat sich scheinbar wieder etwas erholt.
Als wir gegen 17. 00 Uhr an der Poolbar eintreffen stellen wir fest, dass das Hotel plötzlich  von Einheimischen Menschen völlig übervölkert ist.
Nach zwei Getränken an der Bar gehe ich aufs Zimmer um zu duschen und meinem Hobby zu frönen denn ich stelle fest, dass der Fisch von Elvis bei mir schon wieder ganze Arbeit geleistet hat.
Während Chantal, Mööö und Entchen ins Plaza gehen um Geld zu wechseln und sicherlich auch gleich ein paar Bier zu trinken, gehe ich in die Kantine. Ich bin noch satt vom Nachmittag und gönne mir nur drei Bandnudeln mit roter Soße und verdünne sie mit etwas „White Vine“.
Anke scheint wieder völlig hergestellt zu sein, denn sie speist wieder mehrgängig und krönt an diesem Abend ihr Menü mit Kokostörtchen.
Die drei Bandnudeln haben sich in meinem Körper schon wieder zu Nudelsuppe verwandelt und ich gehe eiligst aufs Zimmer.
Nachdem ich fürs erste im Bad fertig bin, mache ich den Fernseher an und schaue mir völlig fasziniert Terminator 3 auf Englisch, mit spanischen Untertiteln an. Gegen 21. 00 Uhr beginnt draußen ein Höllenlärm – Merengue total. Da sich mir der Sinn von Terminator 3 auch in Spanisch nicht erschlossen hat, ziehe ich mich wieder an und trabe zum Hauptquartier. Alle sind dort versammelt und abgesehen von der Bar sind auch Entchen und Chantal völlig voll. Die anderen sind auch recht beschwingt und Anke schäkert schon wieder mit dem Personal was mir beweist, dass sie ihre körperliche Krise endgültig überwunden hat. Ich trinke noch zwei Gläser Wein und versuche eine leichte Konversation mit Chantal und Entchen die ich aber schnell wieder abbreche, weil mir einfach die nötige Drehzahl fehlt um ihren Ausführungen zu folgen. Irgendwie bin ich genervt weil ich keinen Durst mehr habe und außerdem schon wieder aufs Klo muss. Ich ziehe mich gegen 23. 00 Uhr zurück und warte bei einer Partie Frauengolf auf die Heimkehr von Chantal.

 

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