Dieser Tag beginnt früher als gewöhnlich, nämlich mitten in der Nacht. Chantal und ich werden durch einen mörderisch lauten Schlag aus dem Schlaf gerissen. Wir sitzen beide kerzengerade, mit Puls 180 im Bett und sehen uns verständnislos an. Als ich neben mein Bett schaue, sehe ich dort eine der gelben Pilonen liegen die normaler Weise in den Hotelgängen stehen um die Urlauber vor drohender Rutschgefahr zu warnen und mir schwant Böses. Gegen 8. 00 Uhr treffen wir uns dann auf dem Balkon und ich erfahre von Chantal die ersten Details vom gestrigen Abend. Nach meinem mentalen Abschied von Monchici sind wir wohl noch zur Poolbar und es gab noch einen kurzen Weißwein. Als mich Chantal aus Mitleid ins Bett bringen wollte, habe ich wohl versucht einen älteren Wachmann zu überreden mir einen Merenguetanzkurs zu geben. Ich war aber wohl nicht sein Typ oder er hielt mich für komplett bescheuert, was ich für wahrscheinlicher halte. Kurz nachdem Chantal mich im Zimmer entsorgt hatte, bin ich wohl wieder an der Bar aufgetaucht um nur wenige Zeit später wieder von Chantal ins Zimmer gebracht zu werden. Auf diesem zweiten Heimweg habe ich wohl auch die Pilone mitgenommen um auf irgendeine Weise noch zu Sex zu kommen.
Beim Frühstück werde ich von allen freudig begrüßt, man gratuliert mir zum großen Kino und ich esse zur Feier des Tages ein Käsebrötchen. Während des Frühstücks bekomme ich noch einen kurzen Geistesblitz.  Mir fällt ein, dass ich das Zimmer noch mal verlassen habe, weil ich dem Wachmann unbedingt mein Schweizer Taschenmesser schenken wollte weil ich überzeugt war, dass ein karibischer Wachmann ohne Schweizer Taschenmesser einfach unzureichend bewaffnet ist. Während ich in mein Käsebrötchen beiße lasse ich die Ereignisse des gestrigen Abends noch mal so Revue passieren und komme zu dem Schluss, dass ich nur ganz knapp einer Einlieferung in eine karibische Klappsmühle entkommen bin.
Chantal und Thümmi wollen heute mit der Seilbahn auf den Berg obwohl ich vermute, dass er sich wieder heimlich mit den Schokomöpsen treffen will. Ich packe meine Strandklamotten und bevor wir das Zimmer verlassen stellen wir noch schnell die Pilone vor Ullas Zimmertür ab.
Nach einer Stunde am Strand steht Chantal plötzlich wieder da. Die Seilbahn ist wegen Wartungsarbeiten geschlossen und die Möpse haben wahrscheinlich noch gepennt. Den restlichen Tag verbringen wir alle mit rumhängen und leichten Softdrinks. Da es unser letzter Abend sein wird, wollen wir uns später mit Thümmi und Ingo im „Hemingways“ treffen um ein paar Abschiedsbier zu trinken.
Bevor wir duschen gehen, machen wir natürlich unseren üblichen Abstecher zur Poolbar um uns auf den Abend vorzubereiten.
Gegen 18. 00 Uhr gehen wir in Richtung Plaza um noch ein paar Pesos zu investieren. Chantal und ich kaufen uns das gleiche T-Shirt, weil wir uns so lieb haben und ich bunkere zusätzlich noch Zigarren. Nachdem unser Kaufrausch befriedigt ist, gehen wir ins „Hemingways“. Dort ist gerade Happy our  und ein Presidente kostet nur 65 Peso, was uns natürlich veranlasst die „Glückliche Stunde“ auch zu nutzen. Gegen 21. 00 Uhr haben wir den Urlaub erstmal soweit gemeinsam ausgewertet und verabschieden uns von Thümmi und Ingo.
Die Kantine ist schon relativ leer als wir ankommen. Anke gibt noch mal alles am Buffet und hat beim flanieren durch ihre heilige Hallen eine leichte Träne im Auge. Selbst ich verspüre einen Anflug von Hunger und nehme ein zweigängiges Menü zu mir, dass allerdings die Menge von 300 Gramm auch nicht übersteigern dürfte. Inzwischen sind wir fast die einzigen im Saal und nachdem Monchici erfahren hat, dass wir den letzten Abend da sind fährt er noch mal ordentlich „White Vine“ auf. Die anderen Kellner haben auch nix mehr zu tun und so veranstalten wir noch eine Fotosession mit ihnen.
Der „White Vine“ hat wieder ganz gute Wirkung hinterlassen und an der Poolbar halte ich nicht mehr allzu lange durch. Während sich die anderen  die ultimative Finalkugel an der Bar geben, gehe ich ins Zimmer um auf meine Art, stillen Abschied von der Karibik zu nehmen. Ich setze mich leise weinend auf das Klo und genieße meinen Durchfall.

 

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