Heute werden wir beide relativ früh wach. Wir machen den Fernseher an und ziehen uns eine Folge der „Munsters“ auf Spanisch rein. Nono macht sich sein Frühstücksbier aus der Minibar auf, wir setzen uns auf den Balkon und rauchen eine. Das Wetter ist immer noch nicht besser, zwar regnet es nicht, aber für den Strand scheint es wieder nicht zu reichen. Wir werten noch schnell den gestrigen Tag aus, gehen duschen und anschließend zum Frühstück. Dieses Mal sind wir die ersten  beim Essen, was uns schon fast peinlich ist. Ich nehme etwas feste Nahrung zu mir und bin gespannt, wie es sich auf meine Verdauungsorgane auswirkt. Uta und Entchen wollen es heute wissen, und trotz des Wetters einen Strandversuch wagen. Alle anderen beschließen auch, dass die Insel es endlich verdient hat unsere Baywatchkörper zu bewundern.
Ich bin gerade fertig mich auf meiner Strandliege häuslich einzurichten, als es anfängt zu nieseln. Also packen wir unsere Klamotten wieder zusammen und gehen Richtung Strandbar. Entchen entpuppt sich als Wetterexperte und sagt, dass es gleich wieder besser wird und tatsächlich es wird besser. Die Wolken verziehen sich und die Sonne kommt heraus. Wir stürzen wieder alle zurück zum Strand und bauen unser Camp auf. Ich beobachte heimlich aus den Augenwinkeln wie sich alle aus ihren Klamotten schälen und bewundere die schneeweißen Körper die mich auf ein Mal umzingeln; es wird höchste Zeit für Sonneneinstrahlung. In der Hoffnung, dass ich nun endlich dazukomme meiner zweiten Lieblingsbeschäftigung im Urlaub nach zu kommen, brezele ich mich elegant auf meine Liege, richte sie exakt nach der Sonne aus und versuche mich ab sofort rigoros Wund zu liegen. Das Problem bei schönem Wetter ist, dass nicht nur die Sonne, sondern auch alle Strandverkäufer herauskommen und gute Geschäfte wittern. Wir haben sie natürlich sofort an der Backe; Entchen und ich, die einfach nur ruhen wollen, sind nach 10 Minuten völlig genervt außerdem bin ich heute noch nicht in der Laune mich übers Ohr hauen zu lassen.
Irgendwann sind alle  fürs erste wieder verschwunden und die anderen wollen jetzt baden gehen. Entchen und ich genießen die göttliche Ruhe und dösen vor uns hin, bis nach 10 Minuten Anke wieder auftaucht. Wir hören sie schon von weitem Wimmern und Fluchen und als ich die Augen aufmache, sehe ich  sie auf uns zu hinken. Da ich keine Detonation gehört habe, kann sie nicht auf eine Landmine getreten sein und bin erstmal beruhigt. Nachdem sie sich ächzend auf die Liege gesetzt hat erfahren wir, dass sie sich den Zehennagel an einer Koralle eingerissen hat und ich kann mir schon vorstellen, dass es  ein wenig weh tut. Da sie meinen Rat nicht beherzigen will, die Wunde mit einem alkoholischen Getränk von der Bar zu desinfizieren lege ich mich wieder hin, ich bin ja schließlich auch kein Arzt.
Nach einer Weile tauchen Thümmi und sein Kumpel bei uns auf und wir verabreden uns für 14. 00 Uhr im „Hemingways“.
Nach ungefähr zwei Stunden ist unser erster Strandausflug beendet, es fängt wieder an zu regnen. Wir bringen unsere Klamotten ins Zimmer und nach dem Mittagessen gehen wir los ins „Hemingways“.
Moni und Entchen haben keinen Bock und gehen pennen. Bei Entchen vermute ich, dass es noch die Nachwirkungen unseres gestrigen Sportfestes sind.
Thümmi sitzt schon da als wir ankommen. Wir ordern eine Runde Bier und labern ein bisschen. Nach der fünften Runde Bier wollen wir endlich Dieter besuchen, wir bezahlen und machen uns auf den Weg zu ihm.
An seinem Stand begrüßen wir uns herzhaft und ich gehe in das nächstgelegene  Geschäft um eine Lage Bier zu holen. Schlauer Weise packe ich aus versehen auch vier Lightbeer mit ein, was zur Folge hat, dass ich mich schnurstracks wieder umdrehe, zurück zum Laden gehe und sie gegen echten Stoff eintausche. Nach gut einer Stunde und einer weiteren Runde Flaschenbier verabschieden wir uns und gehen zurück ins Hotel. Ich habe keinen Hunger und gehe lieber kacken. Ich will danach ein paar Minuten Fernsehen schauen um meine Spanischkenntnisse zu verbessern, penne aber dabei ein. Nach 3 Stunden werde ich wieder wach und finde die anderen, wie immer, an der Poolbar. Ich hole mir ein Getränk und lausche ein paar Minuten der Livemusik. Es ist eine ziemlich schräge Band, die von Elvis Presley bis zu den Beach Boys alles an Musik covert, was mir auf den Keks geht und ich beschließe lieber wieder ins Bett zu gehen.

 

Weiter lesen

© by FIPS