Wir werden mal wieder gegen acht wach und vollziehen wie immer unser Morgenritual. Chantal sieht relativ frisch aus und bringt sich mit dem Bier aus der Minibar wieder auf  Normalpegel. Auf dem Klo spüre ich die Wirkung von Mamba auf den Verdauungstrakt und muss mir einige Mühe geben um zum gewohnten Erfolg zu kommen. Nach dem gestrigen anstrengenden Tag wollen heute eigentlich alle nur am Strand abhängen. Nach dem verhältnismäßig üppigen Frühstück, gehen wir alle zum Strand. Das Wetter ist perfekt und ich freue mich auf einen, hoffentlich störungsfreien Gammeltag. Ich fühle mich bis auf einen leichten Muskelkater gut und der erste Wodka-Orange des Tages schmeckt auch vorzüglich. Natürlich tauchen ab und an auch wieder die Strandverkäufer auf und ich kaufe mir bei Elvis seinem Cousin mein alljährliches Urlaubsgeschmeide.
Am Mittag gehe ich gemeinsam mit Entchen in die Strandbar und wir essen Pizza. Auf dem Rückweg zu den Liegen nehmen wir selbstverständlich noch ein paar Getränke mit und machen es uns gerade wieder gemütlich, als am Horizont eine kleine Gruppe Menschen auftaucht die für einiges Aufsehen am Strand sorgt. Es sind zwei Pärchen und ein Mädel der Truppe ist so gelöscht, dass sie nicht mehr laufen kann. Sie fällt ständig blöde lachend um und wird irgendwann von ihrem Freund weggetragen. Wir freuen uns auf jeden Fall alle darüber und obwohl wir sie nicht kennen, hat sie bei uns sofort eine Art Ikonenstatus.
Am Nachmittag gehen wir alle baden und Chantal und ich erfinden, mehr aus Zufall eine neue Beachsportart – Strandhopsen mit Ulla. Als Chantal und ich sehen, das Ulla gerade am Rand des Wassers sitzt, schnappen wir uns jeder ein Fuß und zerren sie ins Wasser. Wahrscheinlich durch die Kombination aus Größe der Sitzfläche, Eigengewicht und nassem Sand ergibt sich das Phänomen, das Ulla alle 10 Zentimeter leicht vom Boden abhebt und eine Spur der Verwüstung im nassen Sand hinterlässt. Als lustiger Nebeneffekt erzeugt Reibung ja bekanntlich Wärme, was Ulla wohl auch deutlich zu spüren bekommt und dadurch leicht ungehalten reagiert und leichtfertig behauptet wir wären Arschlöcher.
Da Ulla uns mit Sanktionen droht, ziehen wir uns lieber auf die Liegen zurück.
Den späteren Nachmittag verbringen wir an der Poolbar. Weil es bisher so ein schöner Tag war trinken wir heute schon vor dem Abendessen den ersten Mamajuana. Motiviert durch das sportliche Highlight mit Ulla, springen Chantal und ich noch mal in den Pool um wenigstens einmal im Urlaub die Swim up Bar zu besuchen. Wir versuchen uns so cool wie möglich auf die Unterwasserhocker zu setzen und genehmigen uns einen Drink. Es scheint offensichtlich auch sehr sexy auszusehen, da alle Mann sofort ihre Kameras aktivieren um uns abzulichten. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte alles auch noch gut verlaufen können, wenn wir nicht im Übereifer auf die Idee gekommen wären Showwasserball zu spielen.
Das meine Zeit als Hochleistungssportler schon lange vorbei ist war mir klar, aber das Chantal sich auch als völlig talentfrei erweist überrascht mich doch etwas. Wir brechen das Elend schnell  ab und machen wieder das, was wir wenigstens halbwegs können – wir trinken noch einen.
Beim Abendessen sitzen wir wieder an der großen Tafel. Ich esse eine kleine Portion Nudeln während Frau Biolek wieder von Fisch über Fleisch bis hin zu einheimischen Insekten alles vertilgt, was die Insel im Laufe der Evolution so hervorgebracht hat. Es herrscht gute Stimmung am Tisch die sich im Laufe des Abends noch steigert da Monchici ständig „White Vine“ nachgießt. Das Essen zieht sich wieder eine Weile hin und ich merke nach vier Gläsern Weißwein, dass ich schon gut einen drin habe. Meine letzte Erinnerung  ist ein Weißwein bei Wilhelm an der Poobar, der Rest des Abends entzieht sich meiner Kenntnis. Als wir später in die Zimmer gehen komme ich aus unerfindlichen Gründen auf die Idee, mich mit meinem Balkonstuhl in den Vorgarten zu setzen um mich mit Uta und Entchen zu unterhalten. Leider bin ich aus Gleichgewichtsgründen nicht mehr in der Lage, alleine über die Balkonbrüstung zurück in mein Zimmer zu steigen, sodass mir Entchen aus Sicherheitsgründen Hilfestellung leistet.

Nachtrag
Irgendwann in der Nacht werde ich völlig orientierungslos, kopfüber aus dem Bett hängend wach und überlege wie ich heiße.

 

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